
Wer einmal auf den Malediven war, der weiß, dass er das Paradies gefunden hat und möchte immer wieder hierher zurückkehren. Der Inselstaat ist in jeder Beziehung einzigartig und mit keinem anderen Urlaubsort zu vergleichen. Kurz nachdem wir von Makunudu zurück kamen habe ich nach einem ähnlich schönen Urlaubsort gesucht und bin nach Wochen des Suchens doch wieder auf die Malediven zurück gekommen. Dieses Mal war mir eine optisch schöne Palmeninsel und die Möglichkeit einen Delphinausflug machen zu können das wichtigste. Obwohl ich schon 2008 auch Velidhu anvisiert hatte, habe ich mich nach längerem Hin und Her für Fihalhohi entschieden. Die Hauptgründe dafür waren der Safe am Zimmer, die unendlich vielen Palmen und der bessere Preis. Dass die Insel in der Hauptreisezeit als überbevölkert gilt, nahmen wir in Kauf, da es ja kein romantischer Pärchenurlaub, sondern ein reiner Mädelsurlaub werden sollte  .
Und wie sagte schon Theodor Fontane so schön? "Wer reisen will, der muß zunächst Liebe zu Land und Leuten mitbringen, mindestens keine Voreingenommenheit. Er muß den guten Willen haben, das Gute zu finden, anstatt es durch kritische Vergleiche totzumachen."
Anreise
Einen Tag vor den angekündigten Warnstreiks der Bahn hatten wir noch keine Probleme zum Flughafen München zu gelangen. Mit dem Shuttlebus vom Freisinger Bahnhof ging es bis zum Flughafen und bereits kurz nach unserer Ankunft konnten wir Einchecken. Um uns die Zeit etwas zu vertreiben sind wir durch den ganzen Flughafen gelaufen und haben uns noch einen Kokos-Latte Macchiato gekauft  .
Beim Platznehmen im Flugzeug gab es eine große Enttäuschung: Unser

reservierter Fensterplatz war der einzige an dem es keine Möglichkeit gab hinaus zu schauen. In Reihe 15 A und C gibt es nämlich kein Fenster, nicht einmal einen kleinen Spalt vom Fenster vorne oder hinten  . Leider gab es im ganzen Flugzeug keinen freien Fensterplatz mehr, aber
da es sich um einen Nachtflug handelte, war es nicht ganz so tragisch. Trotzdem hätte ich gerne den Anflug über die Malediven gesehen. Der Service an Bord der Air Berlin-Maschine war wie gewohnt hervorragend. Ständig wurden Getränke gereicht und die Mahlzeiten allesamt sehr gut.
Am Flughafen angekommen mussten wir fast eine Stunde warten, bis endlich alle ihren Stempel im Pass hatten und wir unsere Koffer holen konnten. Dafür durften wir aber auch gleich mit der ganzen Gruppe zum Schnellboot weiter. Von drei Booten wurden die 44 Neuankömmlinge nach 45 Minuten auf der Insel Fihalhohi vom deutschsprachigen Gästebetreuer mit einem erfrischenden Tuch und einer Kokosnuss in Empfang genommen. Nach einer kurzen Info zur Zeitumstellung und dem abendlichen Infoabend wurden alle zum Mittagessen geschickt, selbst Leute die nur Halbpension gebucht hatten. Das fand ich wirklich super! Anschließend bekamen wir den Schlüssel für unseren Bungalow überreicht und durften den Kofferträgern folgen.
Unterkunft
Auf Fihalhohi gibt es drei verschieden Möglichkeiten: Classic-, Comfort- und Wasserbungalows. Wir hatten uns bereits im Vorfeld für einen Classicbungalow entschieden, da ich gut ohne Klimaanlage auskomme, statt einer Badewanne eine Dusche und vor allem keinen zweistöckigen Bungalow haben wollte. Wir bekamen die Nr. 47 und waren mehr als zufrieden. Die Classicbungalows sehen sehr schön aus. Direkt

vor dem Bungalow hatten wir einen tollen Platz um unsere Liegen in den Schatten oder die Sonne zu schieben. Blick auf's Meer gab es von dort zwar nicht, aber wer braucht das schon bei geschlossenen Auge  . Für die Liegen gibt es keine Auflagen, daher hatten wir Luftmatratzen dabei. Der Bungalow ist wirklich sehr geräumig und darib befindet sich neben dem Bett noch ein Schreibtisch, eine Sitzgelegenheit und ein Schminkspiegel. Zwischen dem Wohnraum und dem Bad ist noch ein kleiner Raum in dem sich der Kühlschrank, Schrank, eine Kofferablage und der Safe befindet. In den beiden Steckdosen sind bereits Adapter. Von unseren Nachbarn haben wir nie etwas gehört und die Mücke im Zimmer musste ziemlich bald dran glauben.
Auf der Terrasse befinden sich zwei Plastikstühle, ein Tischchen, eine Ablage für Schnorchelausrüstung, eine Wäscheleine und eine Fussdusche. Der Bungalow wird vormittag einmal grob durchgewischt und abends wird das Bett nochmals schön gerichtet.
Insel und Strand
Fihalhohi ist ca 400 x 250 m groß und liegt im Süd-Male-Atoll, knapp 40 km vom Flughafen Male entfernt. Das besondere Flair dieser Insel machen die über 900 Palmen aus, die teilweise bis hinaus ins Meer reichen. Durch das dschungelartige Inselinnere gehen mehrere Sandwege und dank dem Geschrei der Vögel kommt man sich fast wie im Regenwald vor. Besonders Vögel haben Fihalhohi erobert, aber vor allem am Abend kommen auch
noch andere Bewohner zum Vorschein: Flughunde, Geckos und Einsiedlerkrebse. Außer Palmen gibt es auch viele verschiedene Arten von Blumen, wie

Hibiskus, Oleander und Frangipani.
Der schöne breite Nordstrand befindet sich direkt vor den Classic-Bungalows. Hier liegen auch die meisten Leute und war für mich der einzige Platz auf der Insel, an dem es mir wirklich zu voll war. Tagsüber ging fast immer etwas Wind, welcher gegen Abend immer stärker und auch frischer wurde. In Richtung der Wasserbungalows findet man den feinsten weißen Sand auf der ganzen Insel. Es handelt sich um eine Barfußinsel und überall, bis auf das Restaurant, liegt Sand. Aber auch im Restaurant laufen die meisten ohne Schuhe herum. Die Insel ist sehr sauber und wird täglich von herumliegenden Laub, Palmenblätter und Kokosnüssen befreit. Auch am Strand wird täglich der angespülte Korallenschutt weggeräumt.
Außerdem gibt es einen gut ausgestatteten Souvenirshop direkt beim Jetty, der von Schnorchelausrüstung und Einweg-Unterwasserkameras über Kleidung, Postkarten und allerlei Souvenirs bis hin zu Süßigkeiten und Hustensaft so ziemlich alles verkauft.
Schnorcheln am Hausriff
Das Hausriff kann direkt vom Strand aus erreicht werden und ist in einem hervorragendem Zustand. Es gibt viele verschiedene Arten von Korallen die blühen und wachsen - einfach traumhaft was hier unter Wasser geboten ist! Am schönsten ist das Schnorcheln vom Nordstrand bis hinunter zu den Wasserbungalows. Dort wird die Strömung dann immer stärker und ab

einem gewissen Punkt ist das Schnorcheln bei den Wasserbungis dann auch verboten.
Nach ein paar Flossenschlägen befindet man sich schon inmitten großer Fischschwärme und kommt sich vor wie in einem riesigen Aquarium. Ein unglaublich toller Blick bietet sich direkt an der Riffkante, welche bis zu 30 m abfällt.
Während unseres Aufenthaltes gab es nur einen Vormittag an dem es fast windstill war. Dann ist das Schnorcheln natürlich sehr einfach und man kann sich mit der Strömung treiben lassen. Meistens gibt es jedoch kleinere Wellen, welche jedoch auch uns als Schnorchelanfängern, nicht viel ausgemacht haben. Einzig scharfe Unterwasserfotos zu machen ist manchmal etwas schwierig. Richtung Wasserbungalows sieht man ein paar schöne Anemonen mit Clownfischen, ansonsten wird wirklich alles an Kleinfisch geboten was geht. Auch einen ca. 1 m großen grauen Riffhai und eine Schildkröte konnten wir beobachten.
Bar
Es gibt zwei Bars auf der Insel. Zum Genießen des Sonnenunterganges findet sich die Blue Lagoon-Bar neben den Wasserbungalows. Hier bekommt man leckere Cocktails und kleine Snacks und sitzt direkt am Strand und blickt

hinaus auf den Indischen Ozean bis die Sonne untergeht und die Sterne langsam über der Insel zu funkeln beginnen. Hier kann man sich auch bei einem romantischen Candlelightdinner ganz persönlich verwöhnen lassen. Bei der Ankunft bekommt man einen 40%-Rabatt-Gutschein für einen Cocktail pro Person überreicht, welchen wir gleich am ersten Abend eingelöst haben und den Sonnenuntergang genossen  .
Gleich neben dem Restaurant befindet sich die Fisherman's Bar in der man auch nach dem Abendessen noch etwas Unterhaltung finden kann. Hier gibt es fast täglich Disko, hin und wieder auch Karaokeabende und Krabbenrennen. Wir waren kein einziges Mal in der Fisherman's Bar, wobei ich leider erst im Nachhinein gelesen habe, dass es dort sehr leckeren Eiskaffee geben soll  .
Restaurant
Das Restaurant ist offen, mit Ventilatoren an der Decke und Fliesenboden auf dem man hervorragend barfuß gehen kann. Von Anfang an bekommt man hier einen Platz und einen Kellner fest zugewiesen, welche die ganze Dauer des Aufenthaltes über bleiben. Sollte man nur zu zweit sein, wird man in der Hauptsaison üblicherweise mit zwei Personen der gleichen Nationalität zusammen gesetzt. Unser zweites zugesetztes Pärchen war wirklich extrem lustig (viele Grüße an Heiko und Ines) und wir verstanden uns auf Anhieb super.
Ich habe in manchen Reiseberichten gelesen, dass das Essen auf Fihalhohi nicht gut gewesen sein soll oder es zu wenig Auswahl gab. Da frage ich mich wirklich ob die auf der richtigen Insel waren  . So lecker habe ich selten in

Urlauben gegessen und der Teller reichte eigentlich nie aus um die vielen guten Sachen unterzubringen. Zum Frühstück gab es 3-4 verschiedene Sorten Marmeladen (sehr süß, aber in arabischen Ländern ist das ja meistens so - und trotzdem war vor allem die gemischte sehr sehr gut!), Butter, Käse, Eier, Bohnen, Würstchen, div. Sorten Brot, Kuchen (Bananenbrot  ), Muffins, knusprige Mini-Croissants, Pfannkuchen, Belgische Waffeln, versch. Sorten Müsli, Milch (warm und kalt), Tee, Kaffee, Kakao und je 2 Sorten Saft.
Beim Mittag- und Abendessen dann immer ein normaler Reis und einmal mit Gemüse o.ä. gemischt, min. je eine Sorte Fisch u. Fleisch, Nudeln mit Tomatensoße, hin und wieder ein Kartoffelgericht, einmal auch Kartoffelbrei, Suppe, div. Currygerichte (Gemüse, Fisch, Fleisch), am Grill entweder Fisch oder Zucchini, 3 angerichtete Salate (immer anderes zubereitet) oder die Möglichkeit sich einen Salat mit vielen verschiedenen Dressings selbst zusammen zu stellen. Am Nachspeisenbuffet konnte man sich dann zwischen Puddings, Kokoscremes, Früchten in Karamel, Fruchtsalat, Kuchen, Torten und einmal auch Tiramisu entscheiden.
Unterschrieben wird immer abends nach dem Essen für die Getränke des Tages.
Ausflüge und Animation
Es werden verschiedenste Ausflüge angeboten zu denen man sich an der Pinwand links an der Rezeption eintragen kann. Nach unserer Ankunft habe ich mich sofort für den Delphinausflug am kommenden Tag eingeschrieben und mich riesig darüber gefreut so kurzfristig noch genügend Platz für uns frei war. Leider kostet der Ausflug mittlerweile 48 $ pro Person, aber er hat sich wirklich mehr als gelohnt! Mit dem Dhoni fährt man 30 - 40 Minuten lang
hinaus auf's Meer bis man sie plötzlich in der Ferne schon sieht. Zuerst sind waren es nur 3 vorbei ziehende Delphine, doch dann befanden wir uns

plötzlich inmitten einer Delphinschule von etwa 30-40 Tieren. Über eine Stunde lang trieben wir inmitten der wunderschönen Tiere dahin und beobachteten wie sie immer wieder zum Luft holen prustend an die Oberfläche kamen und ein paar Mal sogar kleine Luftsprünge machten. Anschließend fuhren wir noch zu einem kleinen Streifen Strand nahe von Fihalhohi wo man die Möglichkeit hatte 30 Minuten lang vom Boot aus zu Schwimmen oder zu Schnorcheln. Ein Teil blieb aber auch auf dem Schiffsdach zurück und genoß das sanfte Schaukeln, die Sonne und die gereichten Kokosstückchen der Crew.
Außerdem kann man noch weitere Ausflüge mitmachen, wie z.B. eine Schnorchelsafari, Nachtfischen, Inselhüpfen, Besuch in Malé und eine Fahrt mit dem Glasbodenboot.
Beim Wassersportzentrum kann man einige Wassersportarten ausüben oder alternativ auch hier noch andere Ausflüge buchen. Zudem gibt es auf der Insel einen Billiardtisch, Beach-Volleyballfeld und ein Badmintonfeld, sowie einen kleinen PC-Raum mit Internetanschluß. Es gibt noch ein Spa auf der Insel für welches man bei der Ankunft einen Gutschein für eine Einführungsmassage bekommt.
Wetter
Bis auf einen kurzen Regenschauer am Morgen des ersten Tages hatten wir immer schönes Wetter. Die ganze Woche lang nur leichte Bewölkung und viel Sonne. Die Temperaturen lagen immer um 28°, die Wassertemperatur etwa bei 26° und die Luftfeuchtigkeit bei 90%. Im Gang, welcher die Bibliothek mit der Rezeption verbindet, findet man eine mehrtägige Wettervorhersage, welche eigentlich immer zutraf.
Am Nordstrand kam immer abends ein starker Wind auf, welcher teilweise sogar etwas frisch war. Auf dieser Seite der Insel ist es eigentlich nie richtig windstill gewesen, wodurch auch das Meer ständig in Bewegung war.
Fazit
Fihalhohi bleibt mir als wunderschöne kleine Palmeninsel mit sehr viel Flair in Erinnerung, die ich sofort wieder besuchen würde. Trotz Hochsaison und Vollbelegung empfand ich es nicht zu voll auf der Insel, würde mir aber für einen romantischen Urlaub wohl eher eine andere Insel suchen. Der Classic-Bungalow war in meinen Augen perfekt, sowohl von der Lage als auch der Ausstattung und würde ich auch beim nächsten Mal wieder buchen. Das Preis-/Leistungsverhältnis auf dieser Insel ist einfach phänomenal, auch wenn die Getränke etwas teurer waren als auf anderen Inseln.
Man wird beim Infoabend gleich auf sehr viele Dinge hingewiesen die zusätzliches Geld kosten würden, wie z.B. der Verlust des Schlüssels, Badetücher, das Zubuchen einiger Nächte im Wasserbungalow etc. Viele

Gäste haben diese Hinweise als versuchte Abzocke oder Geldgier ausgelegt, aber ich persönlich fand es jetzt nicht so schlimm. Im Normalfall passt man auf die Sachen ja auf und ansonsten muss ich ja nichts zusätzlich buchen. Auch die Tipps zur Höhe des Trinkgeldes (f. Kofferträger, Roomboy oder Kellner) fand ich sehr hilfreich, da besonders Leute die das erste mal auf die Malediven reisen ja häufig nicht wissen wie viel man geben soll. Auch hier handelt es sich ja lediglich um einen Vorschlag und kein Muss. Es gibt aber auch Besucher, die erwarten wie Könige behandelt zu werden und dem Kellner kein Trinkgeld mehr geben wollten, weil er ihnen den Stuhl nicht hingerückt hat.
Mir hat der Urlaub sehr gut gefallen und sogar besser als auf der teureren Insel Makunudu. Es hat einfach alles gepasst: Essen hervorragend, Ausflug erfolgreich, Insel wunderschön, Bungalow genau richtig und das Riff ein Traum - was könnte man mehr wollen? Wenn es nicht so viele Inseln gäbe würde ich Fihalhohi sofort wieder besuchen, möchte aber eigentlich gerne auch noch andere kennen lernen. Aber ich schließe nicht aus noch einmal dorthin zurück zu kehren!
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