Zu fünft fuhren wir diesesmal bereits um halb 7 mit dem Zug los und erreichten etwa dreieinhalb Stunden später Oberammergau. Gleich vor dem Bahnhof gibt es eine Busverbindung zum Schloss Linderhof. An einem Kiosk vor dem Schloss, kauften wir uns erst einmal einen Milchkaffee und genossen das warme Getränk an diesem
kühlen Vormittag. Dann machten wir uns an den kleinen Aufstieg und kauften uns eine
Jahreskarte der Bayerischen Schlösserverwaltung die für zwei Personen 65 Euro kostet und ein Jahr ab der ersten Nutzung für 40 Sehenswürdigkeiten in Bayern freien Eintritt gewährleistet. Die Führungen sind wirklich gut geregelt. Gleich beim Ticketkauf erhält man die Zeit, zu der die Führung beginnt. Somit weiß man gleich wann man sich einfinden muss und es gibt kein Gedränge.
Nach einem weiteren kurzen Fußmarsch standen wir dann auch schon vor

dem Schloss und überblickten von hier aus das Wasserbecken mit einer vergoldeten Figurengruppe und dahinter die Terassengärten. Darüber befindet sich ein griechischer Rundtempel mit einer lebensgroßen Marmorfigur der Venus. Das Schloss selbst hatte ich mir etwas größer vorgestellt, ist jedoch dadurch zu erklären, dass es ursprünglich nur als Jagdschloss gedacht war. 1869 ließ Ludwig II das damalige Försterhäuschen für seine Zwecke umbauen und ausstaffieren. Überall finden sich Hinweise auf die französischen Bourbonenkönige, welche von ihm besonders verehrt wurden. Bereits im Empfangszimmer wurden wir von einer Reiterstatue des Sonnenkönigs Louis XIV. begrüßt. Im Inneren ist das Fotografieren leider verboten, Bilder können jedoch auf der
Internetseite des Schlosses bewundert werden.
Nur wenige Minuten nach unserer Ankunft am Schloss begann bereits die Führung. Die gesamte Austattung ist überaus aufwendig und teilweise wirkten die Zimmer auf mich sogar überfüllt. Natürlich bis auf das größte Zimmer im Schloss, dem ca. 100 m² großen Schlafzimmer

. Nach etwa 15 Minuten war die Führung dann auch schon wieder zu Ende und wir wurden auf der Rückseite des Schlosses wieder ins Freie entlassen. Hier blickt man auf einen künstlichen Wasserfall vor dem sich ein Blumenbeet in Form einer bourbonischen Lilie befindet. Die Gartenanlage ist mit herrlichen ornamentalen Blumenbeeten angepflanzt und an den Steinfiguren und kleinen Brunnen erkennt man wieder deutlich den französischen Einfluß.
Durch einen Lindenlaubengang gingen wir hinauf zur Venusgrotte. Hierbei handelt es sich um eine künstlich angelegte Tropfsteinhöhle mit Wasserfall und Lichteffekten. Von seinen Dienern ließ der verträumte König Wellen erzeugen und fuhr in seinem vergoldeten Muschelboot über den See während er seinen geliebten Wagneropern lauschte.
Der Rundgang durch die Parkanlage führte uns zuerst zum Maurischen Kiosk. Dieser wurde noch vor der Fertigstellung des Schlosses errichtet und mit ornamentalem Stuck und einer goldenen Kuppel verziert. Der Weg führt anschließend
noch an verschiedenen Bauwerken aus Wagneropern vorbei, welche mich

persönlich nicht besonders begeistern konnten. Vom griechischen Tempel aus hatten wir einen wunderschönen Blick hinab auf das Schloss. Der direkte Zugang war wegen Bauarbeiten jedoch gesperrt und nur über einen Seitenweg zu erreichen. Zur vollen Stunde wurde dann auch noch die Fontäne des Wasserbeckens gestartet, welche bis zu einer Höhe von 22 m aufsteigen kann. Kurz nach diesem Schauspiel begann es leider auch in Strömen zu regnen, so dass wir im Marokkanischen Haus vorerst Unterschlupf suchten. Dieses Gebäude steht ziemlich nahe am Parkeingang und wurde von Ludwig II. in der Vekleidung eines orientalischen Herrschers betreten. Hier ließ er sich von ebenfalls verkleideten Bediensteten umsorgen und versank in seinen Träumereien.
Trotz unserer Regenschirme kamen wir schließlich völlig durchnässt bei der Bushaltestelle an. Wir fuhren weiter in den nahegelegenen Ort Ettal. Hier suchten wir uns zuerst eine Gaststätte in der wir ein verspätetes Mittagessen zu uns nahmen. Anschließend besuchten wir das barocke Benediktinerkloster Ettal. Daneben findet sich ein Klosterladen und einige Souvenirshops mit hauptsächlich religiösen Artikeln.
Nachdem wir hier einige Zeit verbracht hatten fuhren wir mit dem Bus wieder zurück an den Bahnhof Oberammergau und kehrten anschließend nach Hause zurück.