
Nach einem streßigen Jahr wollte ich endlich einmal eine Fernreise unternehmen. Der Wunsch an einem paradiesischen Strand zu liegen, die Unterwasserwelt kennen zu lernen und es sich richtig gut gehen zu lassen wurde immer größer. Zuerst dachte ich bei schönen Traumstränden an die Karibik, doch meine Tante zeigte mir schließlich ihre Urlaubsfotos von den Malediven und als ich dann auch noch die tollen Bilder auf der Internetseite von Andrea und Beat gefunden habe, brauchte ich nicht mehr lange zu überlegen. Das größte Problem war dann lediglich noch die perfekte kleine Insel zu finden. Die Entscheidung für Makunudu fiel aufgrund der wenigen Bungalows, den fast ausschließlich positiven Reiseberichten und dem Fehlen von Pool, Spa und Animation.
Anreise
Mit dem Zug reisten wir abends am Flughafen München an und erledigten schnell unseren Check-in. Mit LTU ging es non-stopp von München nach Male. Seit LTU ein Teil von Air Berlin ist, hat sich der Service an Board sehr zum Positiven gewendet. Während des ganzen Fluges wurde Getränke angeboten, das hervorragende Abendessen wurde per Menükarte angekündigt und das Personal war sehr freundlich und stets bemüht den Flug so angenehm wie möglich zu gestalten. Überpünktlich landeten wir

bei strahlendem Sonnenschein in Male. Im Flughafen wird zuerst das im Flugzeug ausgefüllte Visum kontrolliert und der Reisepass abgestempelt. Da wir unsere Koffer bereits als erste vom Laufband ziehen konnten mussten wir noch auf die anderen Mitreisenden warten. Die Zeit nutzten wir um uns ein wenig umzuschauen und nach etwa einer halben Stunde wurden wir dann zum Schnellboot geleitet. Auf dem Boot bekamen alle eine kostenlose Flasche Wasser gereicht und schon ging es bei ruhigem Wellengang los. Bis auf uns zwei hatten alle eine andere Insel gebucht, die zuerst angefahren wurde (Fahrt ca. 45 Minuten). Nach weiteren 30 Minuten konnten wir dann endlich den langersehnten ersten Blick auf "unsere" Insel werfen  .
Zur Begrüßung wurde uns ein leckerer Fruchtcocktail gereicht und nachdem alle Unterlagen ausgefüllt waren wurden wir zu unserem Bungalow gebracht.
Unterkunft
Unser Bungalow (Nr. 37) befand sich gleich neben der Tauchbasis und war unserer Meinung nach der beste zu dieser Zeit. Nur ein paar Schritte vom Wasser entfernt, mit kleinem privatem Strandbereich und der Möglichkeit aufzustehen und loszuschnorcheln. Auf der anderen Inselseite gab es teilweise nur wenig Sand und dafür Holzstege auf denen die Liegen standen. Zudem befanden sich die Bungalows in ziemlich dichtem Dickicht, während bei uns lediglich schöne Palmen und Bäume etwas Schatten

spendeten.
Die Bungalows sind sehr gemütlich eingerichtet und die Einrichtung besteht hauptsächlich aus natürlichen Materialien. Zur Zimmerausstattung gehört ein bequemes Doppelbett, ein kleiner Schrank, ein kostenloser Safe, eine Minibar, ein Wasserkocher, eine kleine Sitzecke, eine Klimanalage und ein Fön. Im Badezimmer ist nur kleiner Teil offen und es bietet sich somit kein direkter Blick nach oben.
Alle Bungalows sind in erster Reihe stehend um die Insel verteilt. Es handelt sich um Doppelbungalows, welche am Badezimmer miteinander verbunden sind. Vor jedem Bungalow stehen zwei Holzliegen inkl. dicker Auflagen, zwei gemütliche Stühle und ein Tischchen. Die Auflagen werden jeden Abend von den Bediensteten wieder an ihren Platz gehängt. Der Roomboy kommt vormittags um den Bungalow zu reinigen und abends wird das Licht eingeschaltet, die Vorhänge zugezogen und einfach noch einmal nach dem Rechten gesehen. Wir fanden den Bungalow immer in einwandfreiem Zustand vor und freuten uns immer über die typisch maledivischen Muster der Bettdecke.
Insel und Strand
Die Insel liegt im Nord-Male-Atoll und ist mit einer Abmessung von 200 x 130 m eine der kleinsten. Das Inselinnere ist sehr ursprünglich mit tropischen Pflanzen bewachsen und dank feinsandiger Wege eine Barfussinseln. Überall hört man das Rascheln der kleinen Krebse die man zu hunderten auf der Insel antrifft. Am Bootsteg findet sich eine maledivische Schaukel von der aus man einen traumhaften Blick auf den Sonnenuntergang hat. In einigen Berichten habe ich gelesen, dass man die Insel nicht umrunden kann.

Anscheinend hat sich die Strandsituation zu unserer Zeit erheblich verändert, denn bei unserem Inselrundgang standen wir nach guten 10 Minuten wieder an unserer Ausgangssituation. Bis auf ein großes Feld voller blühender Clematis haben wir nur sehr vereinzelt ein paar Blumen gesehen. Dafür gibt es eine Vielzahl Tiere auf der Insel und so finden sich hier Flughunde, Reiher, Vögel, Echsen und Geckos.
Wir wussten bereits vorher, dass wir hier keinen Puderzuckerstrand erwarten durften und somit waren wir auch nicht sonderlich enttäuscht. Direkt am Meer ist der Strand schon stark mit Korallenschutt bedeckt und beim Barfusslaufen etwas schmerzhaft.
Gegen Insekten wird zweimal wöchentlich die Insel gesprüht, jedoch muss ich sagen, dass ich nur immer in der Nacht nach dem Besprühen Mückenstiche abbekam  .
Es gibt einen kleinen Souvenirshop und einen offenen Aufenthaltsraum mit Bücherregal und Fernseher.
Tauchbasis von Dive Ocean
Ein deutschsprachiger Tauchlehrer namens Jörg nahm sich während unseres Aufenthaltes sehr viel Zeit für unsere Fragen und konnte mich schließlich auch davon überzeugen einen Tauchgang für Anfänger zu machen. Dazu

gehört das Ansehen eines Infofilms zum Tauchen, und anschließend folgt eine Einführung zuerst über und anschließend unter Wasser. Etwa eine halbe Stunde wird dann am Hausriff getaucht und als absoluter Anfänger fühlte ich mich immer sehr gut aufgehoben.
Jeder Besucher auf Makunudu kann kostenlos einen Schnuppertauchkurs mitmachen, welcher allerdings nur wie Schnorcheln mit Flasche abläuft und von mir gar nicht mitgemacht wurde. Obwohl der Tauchgang 80 Dollar kostet ist er für Interessierte auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Mit seinen etwa 20 m Tiefe ist das Hausriff auch für eine Tauchausbildung hervorragend geeignet.
Schnorcheln am Hausriff
Das Hausriff befindet sich nur ca. 20 m vom Strand entfernt und ist dank Innenrifflage sehr strömungsarm. Bei Ebbe ist es manchmal etwas schwierig

über die Korallen hinweg zu schwimmen. Es gibt einen Schnorchelausstieg bei Bungalow Nr. 36. Die meisten Korallen in der Lagune sind leider abgestorben aber man kann alle möglichen Arten von Kleinfisch sehen. Häufiger zog eine Familie Adlerrochen hier vorbei und eine Sandrochenfamilie hatte während unseres Aufenthaltes ihren festen Platz am Bootsteg. Auf der anderen Inselseite herrschte ständig starker Wind und leichter Wellengang. Das Schnorcheln war hier absolut enttäuschend, da hier lediglich ein aggressiver Picasso-Drückerfisch unterwegs war. In der Tauchbasis gibt es ein Buch um die Fische zu identifizieren.
Bar
In der Bar herrschte immer angenehme Ruhe und nur an einem einzigen Abend wurde sehr leise Livemusik gespielt. Im 
Inneren ist der Boden aus feinem Sand und draußen sitzt man auf einer Holzterasse direkt am Wasser unter dem Sternenhimmel. Freundlicher und rascher Service ist hier an der Tagesordnung. Zu den leckeren Cocktails und Milchshakes bekommt man immer kostenlose kleine Snacks auf den Tisch gestellt.
Durch die Bar gelangt man gleich ins Restaurant und obwohl dieses mit Holzfussboden ausgestattet ist, trifft man auch hier die meisten barfuss an.
Es gibt noch eine kleine Sunset-Cockttailbar am westlichen Strand, welche nur während des Sonnenuntergangs geöffnet ist.
Restaurant
Man hat eigentlich immer einen schönen Blick auf das Meer und freie Tischwahl. Es gibt zum Glück genügend Tische um immer alleine zu sitzen und das Restaurant war nur abends fast komplett belegt.
Früstück und Mittagessen werden in Buffetform angeboten. Wer mag, kann sich das Frühstück auch kostenlos auf das Zimmer bringen lassen. Mittags
gibt es eine große Auswahl an Reis, Fisch, Pasta, Salaten und Desserts. Alles

sehr lecker  . Abends liegt am Tisch eine Übersicht für das Menü aus. Es werden 4 Gänge aufgetischt, wobei man zwischen 3 Hauptgängen (in der Regel Fleisch, Fisch und Pasta) und 2 Desserts auswählen kann. Abends war das Essen meistens sehr scharf und schmeckte nicht so gut wie beim Mittagsbuffet. Zudem waren häufig in Salat und Soßen Nüsse, was mir persönlich nicht so gut geschmeckt hat.
Am Dienstag gibt es ein Barbeque. Freitags werden die Tische und Stühle hinaus auf den Strand geschafft und man kann sich am maledivischen Buffet bedienen und das Essen unter freiem Himmel genießen. Hier gibt es wirklich eine unglaublich große Auswahl an verschiedenen Gerichten und alles schmeckt wirklich sehr sehr gut!
Für die Getränke wird immer nach dem Frühstück in der Bar für den vorherigen Tag unterschrieben und bei der Abreise alles komplett abgerechnet.
Ausflüge und Animation
Es werden nur wenige Ausflüge, wie Schnorchelausflüge oder Nachtfischen,

angeboten. Wir haben davon jedoch keinen mit gemacht und können daher nichts darüber sagen. Animation gibt es auf dieser Insel überhaupt nicht. Eine wahre Oase für Ruhesuchende und Romantiker. Einmal in der Woche spielt abends eine kleine Live-Band an der Bar, jedoch in sehr angenehmer Lautstärke. Außerdem gab es eine Beach-Party mit riesigem Lagerfeuer. Da unser Bungalow nur ein paar Schritte weiter lag, hat uns die laute Musik schon etwas gestört, aber glücklicherweise haben wir sie nicht lange gehört, bzw. sind dann trotzdem eingeschlafen.
Wetter
Wir hatten es hervorragend getroffen und fast immer Sonnenschein. Hin und wieder leichte Bewölkung, aber immer sehr heiss und auf unserer Inselseite auch immer windstill.
Fazit
Makunudu war meine erste Malediveninsel und somit konnte ich anfangs noch keinen Vergleich ziehen. Das kleine Inselchen bietet auf jeden Fall sehr

viel Ruhe und an unserem Strandabschnitt auch noch das gewünschte Robinson-Feeling. Hätten wir allerdings einen Bungalow auf der anderen Inselseite bekommen, wären wir sicherlich sehr enttäuscht gewesen, wobei sich die Strandsituation ja ständig ändert. Das Schnorcheln ist zwar, dank des ruhigen Wassers, sehr leicht, aber es gab jetzt nicht so viel zu sehen wie auf anderen Inseln. Außerdem war mir das Essen vom Menü manchmal viel zu scharf gewürzt. Makunudu ist ein sehr ruhiges und ursprüngliches Inselchen ohne unnötigen Luxus, welches gerade deswegen einen Besuch wert war!
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