Obwohl wir mit dem Auto einiges an Zeit gespart hätten, entschieden wir uns letztendlich doch dafür mit dem Zug nach Schwangau zu fahren. Da die Fahrtzeit über vier Stunden beträgt mussten wir bereits um kurz nach 6 Uhr aufbrechen.
Als wir in Schwangau am Bahnhof ankamen, standen zwei Reisebusse zum Transfer bereit. Doch der Ansturm von japanischen und italienischen
Besuchergruppen reichte dafür nicht aus und es blieben einige vorerst zurück.
Nach ca. 10 Minuten Busfahrt erreichten wir dann Hohenschwangau und konnten hier bereits einen ersten

Blick auf das über uns thronende Königsschloss werfen.
Dass wir im Internet bereits die Tickets für die Führung reserviert hatten, stellte sich wirklich als Glücksfall heraus, denn somit mussten wir uns nicht in der meterlangen Schlange anstellen, sondern bekamen an einem extra Schalter sofort alles ausgehändigt. Die Reservierung kostet zzgl. zum Preis 1,80 Euro pro Person und kann telefonisch oder online auf der
Internetseite von Hohenschwangau vorgenommen werden.
Als erstes begaben wir uns zum Alpsee und warfen einen Blick auf das Schloss Hohenschwangau. Nach dem Mittagessen machten wir uns dann auf den Weg hinauf zum Schloß Neuschwanstein. Am bequemsten geht es natürlich per Kutsche, doch den Fussweg wollten wir uns bei dem herrlichen Wetter auf gar keinen Fall entgehen lassen. Bis man vor den Toren des Schlosses steht braucht man gute 30 Minuten. Wenn man die Souvenirläden und Stände hinter sich gelassen hat, bietet sich weiter oben ein Ausblick auf die Voralpenlandschaft und den Forggensee.
Im Innenhof wartet man dann bis die Nummer der Führung angezeigt wird und begibt sich durch ein Drehkreuz um ins Innere des Schlosses zu gelangen. Die Führung des sogenannten "achten Weltwunders" beginnt im Thronsaal, welcher an eine byzantinische
Kirche erinnert. Der Thron fehlt hier jedoch, denn nach dem Tod von König
Ludwig II. wurde dieser erst gar nicht mehr fertig gestellt. Weiter geht es durch das Schlafzimmer des Königs, die kleine Hauskapelle, das Ankleidezimmer, das Wohnzimmer, die kleine Grotte und den Wintergarten bis ins dritte Obergeschoss zum Arbeitszimmer des Königs. Eine weitere Treppe führte uns im vierten Stock in den Sängersaal, der durch seine Akkustik und Bildergalerie beeindruckt. Nach nur etwa

dreißig Minuten endete die Führung hier auch schon wieder. In diesem prächtigen Schloss wurden
die weiteren Räume nicht mehr fertiggestellt. Dennoch laufen jährlich über eine Million Besucher hindurch. Und das, obwohl der König Neuschwanstein eigentlich als Zufluchtsort nutzen und diesen niemals der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte.
Aus meiner Sicht kommt Neuschwanstein aber nicht an die Schlösser in Linderhof und Chiemsee heran. Das Besondere an Neuschwanstein ist sicherlich die Bergkulisse und die Form des Schlosses selbst, dennoch kann ich diese Begeisterung dafür nicht so ganz teilen. Mir fehlen mehr "Prunkräume" und natürlich der Schlossgarten

, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Den schönsten Blick erhält man von der Marienbrücke zu der ein kurzer Fussweg führt. Die ehemalige Holzbrücke wurde zwar mittlerweile durch eine stabile Eisenkonstruktion ersetzt, aber richtig vertrauenserweckend wirkt sie dennoch nicht

. Aus diesem Grund überqueren auch nur die wenigsten Besucher die Brücke, sondern kehren nach dem Erinnerungsfoto gleich wieder um. Leider war bei unserem Besuch das Schloß gerade wegen Renovierungsarbeiten zum Großteil abgedeckt. Dennoch ist der Ausblick den zusätzlichen Weg alle Male wert!