Diese Reise war eigentlich eine Aneinanderreihung von Zufällen, denn nachdem ich eine günstige Kombireise ergattert hatte erfuhr ich von meinem Bruder, dass er genau an diesem Wochenende mit dem Zug zum 24-Stunden-Rennen nach Le Mans fahren würde. In Paris würde er von Deutschland aus ankommen und könnte daher einfach drei Tage früher fahren und diese Tage gemeinsam mit uns dort verbringen. Kurzfristig wurde also noch zwei Monate vorher eine billige Übernachtungsmöglichkeit, möglichst in der Nähe unseres eigenen Hotels gesucht, und zum Glück gefunden. Einzig der Wetterbericht schreckte mich mit seiner Vorhersage etwas ab, denn für Donnerstag und Freitag fand sich überall nur Regenschauer und Gewitter.
Da wir auch dieses Mal nur mit Rucksack reisten, konnten wir gleich durch die Kontrolle - wo auch kaum Leute anstanden. Die neuen Vorschriften zum Handgepäck beachtend, hatten wir die mitgeführten Flüssigkeiten in extra verschließbare Plastikbeutel gelegt und waren ruckzuck durch die Kontrolle. Die noch vor uns liegende Wartezeit von einer Stunde verging allerdings sehr schnell. Wie geplant begann das Boarding um Viertel nach 10 und eine halbe Stunde später hoben wir bereits ab. Pünktlich um 12 Uhr 15 landeten wir bei leicht bewölktem Himmel und angenehmen 21 Grad am Flughafen Charles de Gaulle.
Dieses mal wollten wir auch unbedingt das neue Shuttlesystem CDGVAL nutzen, welches ich wirklich nur jedem empfehlen kann. Wer weiß wo es zu finden ist oder durch Zufall die Beschilderung entdeckt, hat die Möglichkeit mit der Bahn in Rekordgeschwindigkeit zu den einzelnen Terminals zu fahren. Wie bereits auf einer anderen Seite gelesen, wird die Bahn nur von wenigen Passagieren genutzt, denn anscheinend sind es doch nur wenige Glückliche die dorthin finden. Sehr hilfreich ist die Internetseite
CDG facile, auf der man in französisch und englisch einen Überblick über die Terminals, sowie einen Plan findet.
Auch dieses Mal hatten wir bereits im Vorfeld überlegt welches Ticket für uns am günstigsten käme. Wer 3 oder mehr Tage in Paris bleibt, für den kommt der Kauf einer Carte Orange am günstigsten. Mit dieser Wochenkarte können alle öffentlichen Verkehrsmittel (RER, Bus, Metro) genützt werden. Die Zone 1-5 umschließt auch die Fahrt vom Flughafen nach Paris, welche sonst einmalig etwa 8 Euro kostet. Die Carte Orange wird logischerweise aber nur bis Donnerstag verkauft, danach lohnt sich eine Wochenkarte auch nicht mehr. Für uns beide kaufte ich also eine Carte Orange Zone 1-5 und für meinen Bruder eine Carte Orange Zone 1+2. Gleich neben dem Schalter ist der Zugang zur RER-Station, wo auch gerade ein Zug wartete, der ohne Halt bis zum Gare du Nord fuhr.
Am Gare du Nord stiegen wir in eine Metro um und fuhren eine Station bis zum Gare de l'Est. Auch hier fanden wir uns sehr schnell zurecht und standen um Viertel nach 12 vor dem leeren Gleis des aus Saarbrücken kommenden ICE. Mit etwa zehnminütiger Verspätung fuhr dann der ICE in den Bahnhof ein und ermöglichte es uns meinen Bruder direkt dort abzuholen

.
Vor dem Bahnhof sind eine ganze Menge Bushaltestellen, doch leider brauchte es ein wenig Orientierung, bis wir die der Linie 38 endlich gefunden hatten. Der Bus war total überfüllt und brauchte - trotz eigener Busspur - extrem lange bis nach Alésia. Wir haben es in diesem Moment sehr bereut nicht wieder hinunter in die Metro gegangen zu sein und uns vorgenommen, die restlichen Strecken
nur noch damit zurückzulegen. Bei der ersten Parisreise haben wir die Metros gemieden, nun aber eindeutig die Vorteile erkannt. Im Gegensatz zum Bus braucht man nie länger als 3 Minuten auf die nächste U-Bahn warten. Am wenigsten los war immer gegen 10 Uhr und wir bekammen immer einen Sitzplatz.
Da wir uns mit dem Bus also nur langsam unserem Ziel näherten, dauerte die Fahrt länger als geplant. An der Haltestelle trennten sich dann unsere Wege vorerst und jeder machte sich auf den Weg in sein Hotel. Noch war der Himmel lediglich leicht bewölkt und ich konnte es gar nicht mehr erwarten endlich zum Tour Montparnasse aufzubrechen.
Der Weg bis zum Hotel dauerte von der Metrostation etwa 10 Minuten und ist eine einfache aber sehr empfehlenswerte Unterkunft. Ganz besonders muss ich das Frühstück in diesem Hotel loben, welches u.a. frisch gebackenen kleinen Baguettes und Pain au Chocolat bot

. Einfach hervorragend und das für nur 6 Euro pro Person und Tag.
Als wir in Montparnasse Bienvenüe ausstiegen sahen wir schon den Tour Montparnasse,
der riesig und tiefschwarz über allen anderen Gebäude

hinwegragte. Wir kauften uns eine Karte für 8,50 Euro pro Person und reihten uns in die kurze Schlange der Besucher ein. Nach wenigen Minuten standen wir bereits aufgeregt vor den Türen zum schnellsten Lift Europas, der uns innerhalb von 39 Sekunden in den 56. Stock katapultieren sollte. Die Geschwindigkeit merkt man im Aufzug überhaupt nicht, mich überfiel lediglich ein etwas komisches Gefühl als ich ausstieg. Der Ausblick über Paris ist einfach nur atemberaubend, anders kann man es kaum beschreiben. Über Stufen gelangt man noch bis in den 59. Stock und steht auf der Dachterasse in 209 Metern Höhe über der Erde.
Zu guter Letzt wollten wir noch einen kleinen Abstecher zum Louvre machen,

damit mein Bruder wenigstens ein paar der dort ausgestellten Kunstwerke zu Gesicht bekäme. An jedem Mittwoch ist bis 21 Uhr 45 geöffnet und ab 18 Uhr gibt es einen verbilligten Eintritt für gerade mal 6 Euro. Ich hätte vermutet, das viele Besucher dies ausnützen würden, doch es war noch weniger los als letztes mal. Auf einem kleinen Rundgang zeigte ich meinem Bruder ein paar der schönsten und bekanntesten Ausstellungsstücke und dieses Mal sahen wir uns auch Leonardo da Vincis bekanntes Bild der Mona Lisa von der Nähe aus an.
Donnerstag, 14. Juni 2007
Als wir aus der Metrostation Anvers heraustraten stellten sich erste Erinnerungen an unsere letzte Reise ein. Ich vermutete, dass wir damals wesentlich näher an Sacre Coeur waren, als wir selbst geglaubt hatten. Nun folgten wir also einer größeren Menschenmenge und nachdem wir das Ende der Straße erreicht hatten, bot sich uns der grandiose Blick auf Sacre Coeur, die hoch über uns thronte.
Schnell noch die obligatorischen Fotos geschossen und dann gingen wir
Richtung Funiculaire - immerhin konnten wir mit unserer Carte Orange

kostenlos damit fahren. Zu unserem großen Bedauern war die Seilbahn aus technischen Gründen jedoch geschlossen und somit machten wir uns an den Aufstieg.
Im Inneren der Kirche durfte nicht fotografiert werden. Leise gingen wir den Rundgang entlang und suchten uns anschließend den Weg zur Kuppel. Die Krypta war an diesem Tag ebenfalls geschlossen, was mich dank des Eintrittspreises von 5 Euro doch etwas ärgerte. Die Kosten waren um das doppelte gestiegen und dann konnte man einen Teil gar nicht besichtigen

. Aber nun gut ...
Durch eine steinerne Wendeltreppe stiegen wir Meter um Meter hinauf in den Turm. Nach dem anstrengenden Aufstieg wird man dann aber mit einem herrlichen Ausblick auf Paris belohnt.
Als wir wieder hinabgestiegen waren setzten wir uns noch auf eine der
Bänke und beobachteten das bunte Treiben. Etwas weiter unten in Montmartre kauften wir uns dann unseren ersten richtigen französischen
Crêpe, welcher erstklassig schmeckte

. Nach der kleinen Stärkung fuhren

wir dann mit der Metro in die Nähe des Trocadero.
Gerade als wir die Straßen überquerten um zum Eiffelturm zu gehen begann es zu regnen. Wirklich geschützt ist man unter der Stahlkonstruktion nicht, aber immer noch besser als im Freien. Unglaublich lange Schlangen standen an den Kassenhäuschen und warteten wohl stundenlang. Welche weise Entscheidung war es da doch gewesen, auf den Tour Montparnasse zu fahren

. Mit dem Bus fuhren wir ein Stückchen weiter zum Invalidendom, den wir
diesesmal allerdings nur von außen betrachteten. Zu Fuß ging es dann über die Pont Alexandre III.
Das verzückteste Gesicht meines Bruders in Paris durfte ich an dieser Stelle sehen, jedoch nicht wegen der Brücke oder einem anderen Bauwerk, nein, Männer finden in jeder Stadt wohl nur eines besonders wichtig: Autos

. Drei Fahrzeuge älteren Semesters zuckelten über die Brücke und auf dem letzteren erkannten wir eine Nummer und den Schriftzug von Le Mans. Vermutlich waren diese Autos also auf dem gleichen Weg, auf den sich mein Bruder am morgigen Tag machen würde.

Langsam gingen wir an der Seine entlang bis zum Place de la Concorde. Auf
meiner Ägyptenreise 2004 hatte ich bereits das Gegenstück des hier stehenden Obelisken gesehen. Die Fanzosen behaupten er sei ein Geschenk der Ägypter gewesen. Die Ägypter jedoch behaupten er sei von den Franzosen gestohlen worden

.
Mit der Metro ging es weiter zu unserer letzten Station: dem Jardin du Luxembourg. Hier wollten wir ein wenig relaxen und einfach die Ruhe im "schönsten Park von Paris" genießen. Die Parkanlage ist 26 h groß und erfreut sich besonders bei den Familien großer Beliebtheit. In einem kleinen Lädchen kauften wir uns etwas Obst, belegte Brote und Wasser und setzten uns erst einmal auf eine Bank inmitten von schön angelegten Blumenbeeten und Rasenflächen.
Als

wir später ein Stückchen weiter in den Park hineingingen war der Weg von Palmen gesäumt. Vor dem Senatsgebäude war eine große Tribüne aufgebaut und verhinderte den direkten Blick darauf. Der Jardin du Luxembourg birgt tatsächlich Ruhe pur. Abgeschieden von der Hektik und dem Lärm der Großstadt gibt es hier massig Sitzgelegenheiten und in der Mitte einen schönen Brunnen. Wir ließen uns richtig viel Zeit um durch die Anlage zu schlendern und uns für den Rest des Tages einfach nur treiben bevor wir wieder zurück in unser Hotel kehrten.
Freitag, 15. Juni 2007

Mit der Metro fuhren wir direkt bis zum Triumphbogen. Das 70 m große Monument steht am Ende der berühmten Champs Elysée und bietet von oben einen schönen Blick auf die sternförmig zulaufenden Straßen. Doch keiner von uns hatte große Lust unsere schweren Rucksäcke die Treppen hinauf zu schleppen.
Hier hieß es dann Abschied nehmen. Mein Bruder brach zum Bahnhof auf und wir fuhren mit der Metro in den nördlichen Vorort Saint Denis. Der Weg zur Basilika ist bereits am Ausgang der Metrostation Basilique St. Denis ausgeschildert und dauert nicht länger als 10 Minuten Fussweg.
Als wir auf dem Vorplatz standen, wirkte die Kirche sehr düster, da das
Sonnenlicht nicht bis zum Haupteingang reichte. Aber schließlich war ja vor

allem das Innere der Kirche von Interesse für uns. Der Eintritt in die Basilika ist auch hier selbstverständlich kostenlos, lediglich für den Eingang zu den Königsgräbern muss man ein paar Euro entrichten. Seit dem Ende des 10. Jahrhunderts war hier die Grabstätte aller französischen Könige. Mittlerweile sind die Gräber in der Krypta bis auf fünf Ausnahmen leer. Zwei davon gehören Ludwig XVI. und Marie Antoinette die 1817 vom Friedhof de la Madeleine aus Paris überführt wurden. Die Beschriftung in der Kirche ist leider nur in französisch. Man erhält jedoch einen kleinen Infozettel in der gewünschten Sprach am Eingang.
Nach einem mehrstündigen Aufenthalt in Saint Denis kehrten wir wieder nach Paris zurück. In der Nähe von Notre Dame kaufte ich mir einen Crêpe, welcher sich allerdings geschmacklich nicht mit dem in Montmartre messen konnte.
Auf dem Vorplatz von Notre Dame findet man zu jeder Tageszeit ganze Massen von Touristen.

Doch auch dieses mal hatten wir das Glück uns nicht in einer Warteschlange anstellen zu müssen und gleich in die Kirche gehen zu können. Ein Eintritt wird lediglich für den Domschatz erhoben.
Auch im Inneren von Notre Dame waren sehr viele Touristen welche allerdings hier mit ihrem Gedrängel und Geschubse in einer Kirche wirklich keinerlei Anstand bewiesen. Fotografieren ist hier, im Gegensatz zu Sacre Coeur, ohne Blitz erlaubt.
Obwohl wir immer noch zu früh waren, entschied ich, dass wir uns trotzdem schon auf den Weg zum Flughafen machten, denn ich wollte im Terminal 3 noch einmal so ein leckeres Baguette kaufen. Im Nachhinein war diese frühe Rückfahrt wohl eine gute Entscheidung, da unser Rückflug wegen Unwetter in Deutschland gestrichen wurde und wir somit die Möglichkeit hatten mit GermanWings nach Deutschland zu fliegen.
Fazit
Paris wird in meinen Augen immer eine der sehenswertesten Städte der Welt sein. Eines der schönsten Erlebnisse war sicherlich der Blick vom Tour Montparnasse. Ein großer Wunsch wäre jetzt nur noch Paris auch einmal bei Nacht zu erleben und in der Weihnachtszeit, wenn die Champs Élysées prächtig geschmückt ist. Oder es mit einem Ausflug zu den Schlössern Vaux-le-Vicomte und Fontainebleau zu verbinden.