Da meine Freundin und ich schon länger einen Ausflug geplant hatten, ließen wir uns auch von den kalten Temperaturen nicht abschrecken und fuhren mit dem Zug nach Passau. Wenigstens lugte die Sonne nach einiger Zeit doch durch die Wolken und der kalte Wind wurde somit etwas erträglicher. Auf der Internetseite von Passau gibt es einen tollen Stadtplan mit vorgeschlagenem Rundgang. Wenn man diesem folgt sieht man wirklich alles von Passau, obwohl sowieso fast jede Gasse wieder zusammenführt .
Vom Bahnhof aus gingen wir zuerst zum Klostergarten und über die Fußgängerbrücke Fünferlsteg auf das andere Innufer hinüber. Hier gingen wir durch die kleinen Gassen, vorbei am Römermuseum bis wir vor der Kirche St. Gertraud. Über die Innbrücke geht es weiter bis wir vor dem Dom St. Stephan ankommen. Der Stephansdom ist Sitz des Passauer Bischofs. Vom Domplatz blickt man auf die zweitürmige Barockfassade, welche leider gerade von Gerüsten verstellt war. Da im Dom jedoch bald ein Konzert statt finden sollte und der Dom bis am Nachmittag geschlossen sein würde,gingen wir erst einmal weiter zum Residenzplatz. Dieser liegt im Zentrum der Altstadt und ist besonders wegen seiner Patrizierhäusern, der Neuen Bischöflichen Residenz und dem Wittelsbacherbrunnen beliebt. Dementsprechend viele Touristengruppen hielten sich dort auch auf.
Von hier aus gingen wir zurück ans Innufer wo wir entlang der malerischen Innpromenade beim Schaiblungsturm vorbei bis zum Zusammenfluß von Inn, Donau und Ilz. Da hier jedoch viele große Schiffe ankerten, blieb uns der Blick auf den Zufluß der Ilz verwehrt.
Nach dem Mittagessen kehrten wir wieder zum Stephansdom zurück. Das Innere ist mit breiten Bögen, Kuppeln und zahlreichen Fresken verziert. Am bekanntesten sind sicherlich die fünf Orgeln, welche zusammen die größte Domorgel der Welt bildet.
Danach machten wir uns auf den Weg zum letzten Punkt unseres Rundganges. Vom Rathausplatz aus fährt ein kleiner 8-Personen-Bus hinauf zur Festung Oberhaus. Da der Rathausplatz wegen Aufbauarbeiten für ein Konzert nicht begehbar war, mussten wir erst einmal den Bus suchen. Die Hin- und Rückfahrt kostet 6 Euro und dauert lediglich 5 Minuten. Die Festung liegt auf der linken Seite der Donau und wurde 1219 gegründet. Die Anlage thront 105 Meter über dem Tal und kann auch zu Fuss über die Oberhausleiten-Stiege erreicht werden. Oben angekommen machten wir uns an den steilen Aufstieg hinauf auf die Sternwarte, von wo aus man eine sehr schöne Aussicht auf Passau und vor allem das Dreiflüsseeck zwischen Inn, Donau und Ilz hat. Von hier sind die unterschiedlichen Farben der drei Flüsse am deutlichsten zu sehen. Ein weiterer schöner Aussichtspunkt befindet sich bei der sogenannten Batterie Linde, eine von Wehrmauern umgebene Terrasse. Der Blick ist wirklich grandios und wir hatten mittlerweile auch besseres Wetter. Richtig blauen Himmel sahen wir allerdings erst, als wir wieder in Passau ausstiegen. Zumindest konnten wir so aber noch ein paar Fotos von der Festung und vom Donauufer bei dem tollen Wetter machen.
Nachdem wir also alle Sehenswürdigkeiten Passaus gesehen hatten kauften wir uns noch ein Eis und fuhren eine Zug früher als geplant wieder zurück nach Hause.