Als letzte Sation vor Ablauf unserer Schlösser-Jahreskarte ging es an einem sonnigen Sonntag per Bahn wieder nach München. Mit der Straßenbahn fuhren wir bis zur Haltestelle Oberschleißheim von wo aus wir nur den Hinweisschildern bis zum Schloss folgen mussten. So standen wir etwa 15 Minuten später zwischen dem Alten und Neuen Schloss. Das Alte Schloss wurde 1616 von Kurfürst Herzog Maximilian I. in "italienischer Bauweise" im Stil der Spätrenaissance erbaut. Im Alten Schloss werden zwei Ausstellungen des Bayerischen Nationalmuseums gezeigt: die Ökumenische Sammlung "Das Gottesjahr und seine Feste" sowie die Sammlung zur Landeskunde Ost- und Westpreußens.
Anschließend gingen wir über das blumenbepflanzte Parterre hinüber zum Neuen Schloss. Ursprünglich wollte man dieses Schloss mit dem Alten Schloss verbinden und zu einer vierflügeligen barocken Residenz erweitern. Aus Kostengründen wurde dieser Umbau jedoch nicht umgesetzt. Das Schloss umfasst ein großes Treppenhaus, welches in den so genannten Weißen Saal übergeht, prunkvolle Festsäle und die vier Paradeappartements des Kurfürstenpaares und des Kurprinzenpaares. Die Möbelierung dieser Zeit ist nur noch durch Beispiele vertreten, wie dem prächtigen Imperialbett mit Baldachinhimmel der Kürfürstin und des Kurfürsten. Beeindruckend sind auch die Deckenmalereien, -fresken und Marmorkamine. In der Großen Galerie befinden sich mehrere vergoldete Konsoltische mit Tischplatten aus Tegernseer Marmor und fünf in Wien erworbene Glaslüster. Bereits von hier hat man durch die hohen Fenster einen schönen Blick hinaus auf den Schlosspark, welcher einer von zwei noch bestehenden großen Barockgärten Deutschlands ist. Bei Schlossgärten finde ich die Gestaltung des Barock am schönsten. Vor allem die großen Broderiebeete sind wunderschön, welche typisch für französische Gartenarchitektur sind. Die symmetrische Struktur und Ziermuster gefallen mir daran ebenso gut wie die Wasserspiele, Kaskaden und Statuen. Im Anschluß führt ein sogenanntes Boskett, ein Lustwäldchen, bis zum Schloss Lustheim, welches den Abschluss des Hofgartens bildet. Nur im Eingangsbereich hat man das Gefühl ein Schloss zu besichtigen, der Rest dient als Museumsfläche für Meißener Porzellane.
Danach ging es wieder zurück zum Alten Schloss neben welchem sich ein Biergarten befindet. Hier gönnten wir uns noch einen Wurstsalat und kehrten am späten Nachmittag wieder nach Hause zurück.