Als ich meine Freundin in Nürnberg besuchte, nutzten wir das schöne Wetter für einen Tagesausflug nach Würzburg. Mit dem Zug dauerte die Fahrt weniger als eineinhalb Stunden und verging für uns wie im Fluge. Direkt vor dem Würzburger Bahnhof befindet sich ein bepflanztes Rondell in welchem die Straßenbahnen ihre Haltestellen haben. 4 Linien fahren von hier aus direkt in die Innenstadt.
Wir stiegen zwei Stationen weiter schon wieder in der Stadtmitte aus. Auf dem Marktplatz steht die gotischen Marienkapelle, welche nicht als Kirche bezeichnet wird, solange ihr keine Pfarrei zugewiesen ist. Gleich daneben befindet sich das Falkenhaus, welches aus dem 18. Jahrhundert stammt und dessen Fassade mit einer Vielzahl Rokoko-Stuckdekorationen versehen ist. Anschließend gingen wir in die Neumünsterkirche. Sie ist eine wunderschöne romanische Basilika mit hohem Kuppelbau und barocker Prachtfassade. Über eine Treppe gelangten wir hinunter in die Westkrypta in die Kiliansgruft. Hier befinden sich die Gebeine der drei Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan, sowie 2 Steinsärge aus dem 8. Jahrhundert. An der Nordseite der Kirche grenzt das Lusamgärtchen in welchem sich die Begräbnisstätte für den 1230 verstorbenen Walther von der Vogelweide befindet. Wie von ihm gewünscht befinden sich auf seinem Denkmal 4 Mulden für Körner und Wasser für Vögel. Der Kreuzgang war wegen Bauarbeiten leider gesperrt.
Gleich nebenan befindet sich auch der Dom St. Kilian, welche als viertgrößte romanische Basilika Deutschlands gilt. Besonders schön ist hier der seitliche Bogengang mit einem Ausblick auf den Innenhof und die Türme.
Zu Fuß brauchten wir nicht lange um bis zur Würzburger Residenz zu gelangen. Auf die Residenz mit ihrem schönen Hofgarten hatte ich mich ja besonders gefreut und wurde doch tatsächlich mit einem strahlend blauem Himmel belohnt. Obwohl der Barockbau wirklich sehenswert ist, fand ich den Eintrittspreis von 7 Euro doch ziemlich hoch, schließlich sieht man nur einige Räume und im Rest befindet sich eine Ausstellung zum Wiederaufbau. Noch dazu ist das Fotografieren verboten, was ich immer sehr schade finde.
Schon früher war der Hofgarten durch die barocke Stadtmauer begrenzt. Dort hinauf führen zwei symmetrisch angelegte Treppen auf eine Terrasse. Schön sind auch die Laubengänge zwischen denen sich 12 der berühmten Putten von Johann Peter Wagner finden. Von ihm stammen auch die Kanapees, Vasen und Pflanzschalen welche der ganzen Anlage eine romantische Aura verleihen.
Nachdem wir also auch die Residenz und den Garten ausgiebig abgelaufen waren, setzten wir uns in ein kleines nahegelegenes italienisches Lokal. Anschließend ging es weiter zur Alten Mainbrücke. Sie ist die älteste (und bis 1886 die einzige) Brücke über den Main. Die Natursteinbogenbrücke ist 185 m lang und zeigt mehrere Steinfiguren verschiedener Heiliger. Hier hatten wir einen ersten Blick auf die Festung Marienberg, welche den Abschluß unseres Ausflugs bilden sollte.
Über die Tellsteige brauchten wir gute 20 Minuten hinauf bis wir endich bei der Festung ankamen. Von dort hat man einen traumhaften Ausblick auf die Stadt am Main. Auf der Festung folgten wir dann einem Rundweg und besuchten den Fürstengarten, welcher auf einer früheren Geschützplattform nach italienischem Vorbild angelegt wurde.
Nach einem anstrengendem Tag genossen wir die ruhige Rückfahrt nach Nürnberg , wo wir den Abend noch gemütlich ausklingen ließen.